Betreuung zuhause – eine Alternative zum Heim
(awu) – Mehr als eine Million Pflegebedürftige
werden von Ihren Angehörigen betreut. Neben
familiären und beruflichen Verpflichtungen leisten
diese eine gewaltige Aufgabe, die vom Staat mehr
schlecht als recht unterstützt oder anerkannt wird.
Aber was passiert, wenn das Netz der Familie nicht
ausreicht, wenn die Angehörigen nicht immer da sein
können oder selbst Hilfe brauchen?
Eine Entlastung können Betreuerinnen aus Osteuropa
sein. Bei diesen Worten denken viele an Frauen, die
schwarz und ohne soziale Absicherung die Arbeit
machen. Dass es eine legale Lösung gibt, die für
alle Seiten Vorteile hat, ist oftmals unbekannt.
Lange Jahre versorgte Elisabeth M. sich und ihr
kleines Häuschen im Westen Münchens selbst. Doch
dann stürzte die rüstige 84-jährige auf der Treppe.
Eigentlich eine Kleinigkeit, die aber für Elisabeth
M. das Ende ihrer Selbständigkeit bedeutete. Sie
kommt nur noch mit Hilfe anderer die Treppe hoch und
ans Einkaufen gehen ist gar nicht mehr zu denken.
Ihr Sohn Heinz M., der nur ein paar Häuser weiter
wohnt, unterstützt sie nach besten Kräften, kauft
für sie mit ein und erledigt viele Alltagsaufgaben
für sie. Da Ihr Sohn berufstätig und oft auf
Dienstreise ist, bleibt vieles auf der Strecke.
Der Gedanke, dass seine Mutter allein zu Hause ist
und wieder stürzen könnte, ließ Heinz M. keine Ruhe.
Er dachte mehr als einmal daran, seine Mutter in ein
Heim zu geben. Er wusste aber nicht wie sie das
verkraften würde. Sie hing sehr an dem alten
Häuschen, das sie und ihr Mann nach dem Krieg aus
dem Nichts aufgebaut hatten. Immer wieder sagte sie
dem Sohn, dass sie ihren Lebensabend unbedingt im
eigenen Zuhause verbringen wolle.
Der Zufall brachte Heinz M. auf die Lösung. Eines
Abends traf er im Supermarkt ein älteres Ehepaar,
dem eine sympathische Dame beim Einkaufen half. Im
Gespräch erfuhr er, dass es sich um eine Betreuerin
aus Polen handelte, die ihnen von einer Agentur
vermittelt worden war. Heinz M. zögerte nicht lange,
rief bei der Agentur und bat um nähere
Informationen.
„Die Dienstleistungsfreiheit in der EU macht es
möglich, dass polnische Pflegekräfte ganz legal
vorübergehend nach Deutschland entsendet werden
können.“, so die Vermittlerin Ewa Kübler von der
Agentur Pflegekraft24 aus München. Die Frauen sind
in Polen angestellt, der polnische Arbeitgeber führt
Sozialabgaben und Steuern ab, die Betreuerinnen
zahlen so in ihre Krankenkasse und
Rentenversicherung ein. Außerdem haben sie eine
europäische Krankenversichertenkarte dabei und sind
somit versorgt, wenn mal was passieren sollte. Die
Angehörigen werden entlastet, sie wissen die
Pflegebedürftigen in guten Händen und ersparen sich
darüber hinaus lästige Behördengänge.
„Wir arbeiten aber auch mit ortsansässigen
Pflegediensten zusammen, die wollen, dass ihr
Patient zuhause bleiben kann und nicht ins Heim
muss.“, so Ewa Kübler weiter.
Mit monatlichen Kosten zwischen 1.350,- und 1.650,-
Euro sind die Betreuerinnen aus Polen immer noch
vergleichsweise günstig.
Die sich bietende Alternative zum Heim war die
ideale Lösung für Elisabeth M. Die Vermittlung einer
passenden Betreuerin dauerte nur zehn Tage. Schon
als Heinz M. die Pflegekraft am Busbahnhof in
Fröttmaning abholte, hatte er ein gutes Gefühl. Die
Chemie zwischen den beiden Damen stimmte auf Anhieb.
Seit die 47-jährige Kamila bei seiner Mutter ist,
macht er sich keine Sorgen mehr, wenn er mal länger
auf Dienstreise bleibt.
Quelle:
http://www.wellness-gesund.info/Artikel/14158.html?a